RegistrierenRegistrieren   LoginLogin   FAQFAQ    SuchenSuchen   
Kräftegleichgewicht im Bohrschen Atommodell
 
Neue Frage »
Antworten »
    Foren-Übersicht -> Quantenphysik
Autor Nachricht
Baguette58885



Anmeldungsdatum: 21.10.2024
Beiträge: 1

Beitrag Baguette58885 Verfasst am: 21. Okt 2024 22:49    Titel: Kräftegleichgewicht im Bohrschen Atommodell Antworten mit Zitat

Meine Frage:
Guten Abend!

Auf einer der von der Universität verteilten Folien steht verkürzt:

Die Zentripetalkraft gleicht die Coulombkraft aus, damit das Elektron nicht in den Kern fällt.

Für mich macht diese Aussage keinen Sinn! Denn beide Kräfte ziehen das e- doch in den positiven Kern. Müsste es demnach nicht heißen: die zentriFUGALkraft gleicht die auf das e- wirkende coulombkraft aus, damit jenes nicht in den Kern fällt?

Den FFugal wirkt ja nach außen, und FPetal eben im Gegensatz dazu nach innen (genauso wie FCoulomb für das e-)!.

Überdies ist es ja speziell hier beim Atom so (jedenfalls im Ein-Elektronen-System nach der Bohrschen Vorstellung), dass die Coulombkraft ?Äquivalent? zur Zentripetalkraft ist (also im Bezug auf das Elektron), oder? Und diese muss eben die durch die Kreisbewegung entstehende Kraft ausgleichen (FFugal).

Bitte korrigiert alle Aussagen die falsch sind oder ggf Unsicherheiten zeigen!
Grüße :)

Meine Ideen:
s.o.
Nobby1



Anmeldungsdatum: 19.08.2019
Beiträge: 1653

Beitrag Nobby1 Verfasst am: 22. Okt 2024 06:59    Titel: Antworten mit Zitat

Es muss wohl Zentrifugalkraft heißen.
Myon



Anmeldungsdatum: 04.12.2013
Beiträge: 6202

Beitrag Myon Verfasst am: 22. Okt 2024 07:54    Titel: Re: Kräftegleichgewicht im Bohrschen Atommodell Antworten mit Zitat

Willkommen in diesem Forum!

Baguette58885 hat Folgendes geschrieben:
Die Zentripetalkraft gleicht die Coulombkraft aus, damit das Elektron nicht in den Kern fällt.

Für mich macht diese Aussage keinen Sinn! Denn beide Kräfte ziehen das e- doch in den positiven Kern. Müsste es demnach nicht heißen: die zentriFUGALkraft gleicht die auf das e- wirkende coulombkraft aus, damit jenes nicht in den Kern fällt?

Ja, die Aussage ist so nicht richtig. Der Begriff der Zentripetalkraft führt häufig zu Verwirrung. Es handelt sich dabei ja nicht um eine eigene Kraft, die wie eine Gewichts- oder elektromagnetische Kraft zusätzlich auf einen Körper wirkt.

Wir wissen: da sich das Elektron auf einer Kreisbahn bewegt, ist die zum Kreismittelpunkt gerichtete (Zentripetal-)Beschleunigung gleich r*omega^2. Eine gleichförmige Kreisbewegung setzt also eine Zentripetalkraft



voraus. Beim Bohrschen Atommodel ist die Coulombkraft zwischen Kern und Elektron für diese Zentripetalkraft verantwortlich, d.h. also, die Coulombkraft entspricht hier der Zentripetalkraft. Eine Zentrifugalkraft tritt in einem Inertialsystem nicht auf.

Alternativ kann man die Situation in einem mit dem Elektron mitrotierenden Bezugssystem betrachten. In einem solchen befindet sich das Elektron in Ruhe, die darauf wirkenden Kräfte müssen sich also zu null addieren. Hier tritt, da das Bezugssystem rotiert und damit beschleunigt ist, eine radial nach aussen gerichtete Scheinkraft, die Zentrifugalkraft, auf. Damit Kräftegleichgewicht herrscht, müssen die Zentrifugal- und die Coulombkraft entgegengesetzt gleich sein. Formal führt das auf dieselbe Gleichung wie in einem Inertialsystem (Wasserstoffatom mit Z=1)

baguette588852
Gast





Beitrag baguette588852 Verfasst am: 22. Okt 2024 11:25    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die Antwort!

Wenn ich von letzterem System ausgehe, dann kann ich doch auch hier sagen, dass die Coulombkraft die Zentripetalkraft darstellt, oder?
Denn diese gleicht ja eben die Zentrifugalkraft aus, sodass sich alles zu null addiert und das Elektron auf der Bahn gehalten wird.
Denn ich würde nämlich gerne alle Drei „Kräfte“Begriffe unter einen Hut bringen, da in der Vorlesung alle erwähnt werden.
Myon



Anmeldungsdatum: 04.12.2013
Beiträge: 6202

Beitrag Myon Verfasst am: 22. Okt 2024 13:29    Titel: Antworten mit Zitat

baguette588852 hat Folgendes geschrieben:
Wenn ich von letzterem System ausgehe, dann kann ich doch auch hier sagen, dass die Coulombkraft die Zentripetalkraft darstellt, oder?

Ja, allerdings ergibt der Begriff Zentripetalkraft im mitrotierenden Bezugssystem weniger Sinn, denn eine Zentripetalkraft setzt eine gekrümmte Bahn voraus, wohingegen das Elektron im mitrotierenden System in Ruhe ist. Insofern würde ich dort eher nicht von einer Zentripetalkraft sprechen. Aber das ist wahrscheinlich Geschmacksache.
2Baguette5885
Gast





Beitrag 2Baguette5885 Verfasst am: 22. Okt 2024 17:21    Titel: Antworten mit Zitat

Herzlichen Dank!!
Da hast du mir gut weitergeholfen!
Myon



Anmeldungsdatum: 04.12.2013
Beiträge: 6202

Beitrag Myon Verfasst am: 23. Okt 2024 08:11    Titel: Antworten mit Zitat

Gern geschehen.
Neue Frage »
Antworten »
    Foren-Übersicht -> Quantenphysik