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Stein wird in Wasser geworfen, Energieabtransport
 
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Ulllrich
Gast





Beitrag Ulllrich Verfasst am: 17. Sep 2024 11:21    Titel: Stein wird in Wasser geworfen, Energieabtransport Antworten mit Zitat

Hallo,

man lässt einen 1kg Stein aus 2m höher in ein ruhendes Gewässer fallen. Durch die Störung der Wasseroberfläche bilden sich Kreiswellen einer bestimmten Amplitude und Geschwindigkeit. Kann man vereinfacht abschätzen oder berechnen

1. mit welcher Geschwindigkeit sich die Kreiswellen fortbewegen,
2. den Energiefluss durch die sich an der Oberfläche bewegenden Wellen
3. und nach welcher Zeit sich die Wasserfläche am Einschlagspunkt wieder komplett beruhigt hat ?

Macht es Sinn so vorzugehen ?

a) potentielle Energie berechnen, die sich in kinetische Energie umwandelt
b) ableiten, wieviel Energie über die Oberfläche abgeleitet wird und wieviel unter Wasser
c) Wellengleichung bilden
d) Dämpfung ableiten

Ich benötige das nicht für eine Aufgabe, ich versuche für mich die Fragen 1.-3. mit möglichst wenig Aufwand abzuleiten/abzuschätzen.

Danke vorab
ML



Anmeldungsdatum: 17.04.2013
Beiträge: 3563

Beitrag ML Verfasst am: 17. Sep 2024 11:46    Titel: Re: Stein wird in Wasser geworfen, Energieabtransport Antworten mit Zitat

Hallo,

Ulllrich hat Folgendes geschrieben:

man lässt einen 1kg Stein aus 2m höher in ein ruhendes Gewässer fallen. Durch die Störung der Wasseroberfläche bilden sich Kreiswellen einer bestimmten Amplitude und Geschwindigkeit. Kann man vereinfacht abschätzen oder berechnen

1. mit welcher Geschwindigkeit sich die Kreiswellen fortbewegen,
2. den Energiefluss durch die sich an der Oberfläche bewegenden Wellen
3. und nach welcher Zeit sich die Wasserfläche am Einschlagspunkt wieder komplett beruhigt hat ?

Das ist ein ziemlich komplexes Problem.
Hier kannst Du mal reinschauen; ich glaube aber nicht, dass man bei dem Problem ohne größeren Aufwand sehr weit kommt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Oberfl%C3%A4chenwelle

Viele Grüße
Michael
Ulllrich
Gast





Beitrag Ulllrich Verfasst am: 17. Sep 2024 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für den Link ...

Vielleicht kann man es einfacher halten, wenn man statt einer Radialwelle auf Wasser in Annäherung einen einfachen harmonischen Oszillator verwendet ?

In der Art: ich habe einen bestimmten gegebenen Energiebetrag, der sich mittels einer harmonischen Schwingung komplett abbauen soll.

Ginge das dann einfacher ?
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21468

Beitrag TomS Verfasst am: 17. Sep 2024 14:31    Titel: Antworten mit Zitat

Das Problem von Wasserwellen ist i) nicht-linear und ii) hängt stark von der Geometrie des Bodens ab. Für (i) benötigt man neue mathematische Werkzeuge; für (ii) muss man sich auf gewisse Spezialfälle konzentrieren, z.B. sehen die Berechnungen und Ergebnisse für Flach- und Tiefwasser-Wellen völlig unterschiedlich aus (das siehst du selbst am Meer).

Ich schaue mal, was ich zu deinem Problem finde. Das iii) unterscheidet sich nämlich außerdem von praktischen Problemen wie Wellen, die durch Wind oder Seebeben angeregt werden.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21468

Beitrag TomS Verfasst am: 17. Sep 2024 15:11    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, das hier könnte ein Einstieg sein:

https://en.wikipedia.org/wiki/Capillary_wave

_________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
Ulllrich
Gast





Beitrag Ulllrich Verfasst am: 18. Sep 2024 09:39    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Tom für den Link und deine Antwort.

Ich denke der Ansatz Kapillarwelle ist für mich im ersten Schritt zu kompliziert.

Es muß auch nicht das Medium Wasser oder ein Fluid sein, vielleicht kann man es wie oben angesprochen auch mittels harmonischen Oszillator vereinfacht darstellen ? Wie würde man da vorgehen ?

Ich möchte generell verstehen, wie Energie mittels Schwingung einer z.B. Membran weitergegeben bzw. über die Zeit abgebaut wird. Das Modell kann auch stark vereinfacht sein.

1. ausgehend von einem konkreten Energiebetrag
2. Impuls/Anregung führt dazu, daß ein Medium in Schwingung Gerät
3. Wellenartige Ausbreitung des Impulses über das Medium
4. Dämpfung reduziert die Amplitude der Schwingung
5. und führt irgendwann dazu, daß Medium nicht mehr schwingt

eben bildhaft so, wie sich Wasseroberfläche verhält, wenn eine Störung (Stein) einfluß nimmt, nur stark vereinfacht ...

Danke vorab
Ullrich
Gast





Beitrag Ullrich Verfasst am: 18. Sep 2024 09:40    Titel: Antworten mit Zitat

... und Danke Michael, habe ich vergessen ...
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21468

Beitrag TomS Verfasst am: 18. Sep 2024 10:44    Titel: Antworten mit Zitat

Ulllrich hat Folgendes geschrieben:
Ich denke der Ansatz Kapillarwelle ist für mich im ersten Schritt zu kompliziert.

Es muß auch nicht das Medium Wasser oder ein Fluid sein, vielleicht kann man es wie oben angesprochen auch mittels harmonischen Oszillator vereinfacht darstellen ? Wie würde man da vorgehen ?

Ich möchte generell verstehen, wie Energie mittels Schwingung einer z.B. Membran weitergegeben bzw. über die Zeit abgebaut wird. Das Modell kann auch stark vereinfacht sein.

1. ausgehend von einem konkreten Energiebetrag
2. Impuls/Anregung führt dazu, daß ein Medium in Schwingung Gerät
3. Wellenartige Ausbreitung des Impulses über das Medium
4. Dämpfung reduziert die Amplitude der Schwingung
5. und führt irgendwann dazu, daß Medium nicht mehr schwingt

eben bildhaft so, wie sich Wasseroberfläche verhält, wenn eine Störung (Stein) einfluß nimmt, nur stark vereinfacht ...

Würde es helfen, das anhand einer schwingenden Membran zu diskutieren?

_________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
Ullrich
Gast





Beitrag Ullrich Verfasst am: 18. Sep 2024 11:51    Titel: Antworten mit Zitat

Habe noch etwas recherchiert. Könnte man so vergehen mittels gedämpfter harmonischer Schwingung anhand einer gespannten Saite ?

1. Bewegungsgleichung einer gedämpften harmonischen Schwingung:

m * x''(t) + γ * x'(t) + k * x(t) = 0

2. Gesamtenergie E einer harmonischen Schwingung lautet:

E = 1/2 * m * ω² * A²
= 1/2 * k * A²

dabei

Geschwindigkeit v = ω * A * cos(ωt)
Auslenkung x = A * sin(ωt)
E ∝ A²

mit

Kinetische Energie: E_kin = 1/2 * m * v²
Potentielle Energie: E_pot = 1/2 * k * x²

3. geeignete Parameter wählen für

k = Federkonstante der schwingenden Saite
m = Masse der schwingenden Saite
γ = Dämpfungsparameter
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21468

Beitrag TomS Verfasst am: 19. Sep 2024 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist m.E. doch zu einfach.

Für den Fall einer punktförmigen Anregung benötigst du zumindest eine 1-dim. Saite oder eine 2-dim. Membran, vermutlich einen Dämpfungsterm sowie die entsprechende Greensche Funktion. Diese beschreibt die "Antwort" des Systems auf die Anregung an einem Punkt und zu einem Zeitpunkt.

https://en.wikipedia.org/wiki/Green%27s_function
https://en.wikipedia.org/wiki/Telegrapher%27s_equations

In einer Dimension ist das verwandt mit der Telegraphengleichung. Im Artikel findest du auch eine Animation.

Dabei gehen im Wesentlichen zwei Parameter ein, nämlich die Ausbreitungsgeschwindigkeit für Dämpfung Null sowie die Dämpfung selbst. In der Tabelle in Wikipedia wären das c und gamma.

Dich interessiert der Energietransport, richtig?
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