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Kühlt die Antarktis doch ab?
 
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GermanIndi
Gast





Beitrag GermanIndi Verfasst am: 29. Mai 2024 17:02    Titel: Kühlt die Antarktis doch ab? Antworten mit Zitat

Meine Frage:
Wieso hört man überall, die Antarktis würde sich erwärmen?

Meine Ideen:
Es kommt darauf an, wen man fragt. Gemäß dieser Metastudie hat sich die Antarktis ist den letzten 40 Jahren abgekühlt.

An Assessment of ERA5 Reanalysis for Antarctic Near-Surface Air Temperature

https://www.mdpi.com/2073-4433/12/2/217

Annual and seasonal temperature trends in ERA5 and ERA-Interim are statistically significant in East Antarctica, and the cooling trends in observations in SON do not pass the significance test. The trends in ERA reanalyses and observations are all negative in East Antarctica in all annual and seasons, and the fastest cooling trend appears in MAM, and the cooling rate of this season is more than 1 °C per decade. In West Antarctica, the ERA5 trends are similar to observation trends, whereas there is a difference between ERA5 trends and ERA-Interim in SON, as reflected in a warming trend in ERA-Interim while a cooling trend is observed in ERA5. ERA5 exhibits a significant cooling trend in annual data, MAM, and JJA, and the trends from ERA-Interim always fail to pass the significance test. It is also worth mentioning that the ERA5 shows a faster cooling rate than ERA-Interim and observations in West Antarctica. Over the Antarctic Peninsula, trends of annual and seasonal temperature means in ERA reanalyses and observations are not significant. ERA5 presents a warming trend with the exception of DJF, as is the case for ERA-Interim and station records. Compared with ERA-Interim, the difference between ERA5 trends and observations in the Antarctic Peninsula is relatively small in JJA and DJF.
Ursache ist gemäß der Treibhausgas-Hypothese, dass die Luft über der Antarktis oft wärmer ist als der Boden. In diesem Fall nimmt die Wärmeleitfähigkeit der Atmosphäre zu und sie strahlt in ihren oberen Schichten vermehrt ins All. Eine kälter werdende Antarktis ist also im Einklang mit der Treibhausgas-Hypothese
\alphaund\Omega



Anmeldungsdatum: 01.02.2024
Beiträge: 5

Beitrag \alphaund\Omega Verfasst am: 19. Aug 2024 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Naja lass uns dieses Problem doch einfach mal Thermodynamisch anschauen.
Wir haben die Antaktis (A) und den Rest der Erde (B). Wir gehen davon aus das A kälter ist als B.

Ohne weitere Erklärung beschreibt der Zweite HS der Thermo das die Entropie (S) immer zu nimmt. Nun definiere man die Temperatur als

Nun gilt also



Nach dem 2HS der Thermo gilt und da muss gelten, dass .
Das heißt mit der obigen Definition von der Temperatur, fließt Energie von warm zu kalt.

Also wird A wärmer.
DrStupid



Anmeldungsdatum: 07.10.2009
Beiträge: 5740

Beitrag DrStupid Verfasst am: 20. Aug 2024 09:09    Titel: Re: Kühlt die Antarktis doch ab? Antworten mit Zitat

GermanIndi hat Folgendes geschrieben:
Es kommt darauf an, wen man fragt. Gemäß dieser Metastudie hat sich die Antarktis ist den letzten 40 Jahren abgekühlt.


Die Leute denken sich die Werte ja nicht aus. Andere Leute sind gleichbedeutend mit anderen Messwerten. Das heißt, es kommt darauf an, wann und wo man misst.

Die Antarktis zeigt sehr starke räumliche und zeitliche Temperaturschwankungen. Beispielsweise war es im Mai 2021 und 2023 bis zu 10 K kälter gewöhnlich, aber 2022 bis zu 40 K (!) zu warm. Da ist es kein Wunder, dass verschiedene Messreihen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Der Treibhauseffekt dürfte bei alldem keinen direkten Einfluss haben. Das Klima der Antarktis wird hauptsächlich vom Zirkumpolarstrom bestimm, der es vom Rest der Welt isoliert. Wenn der stärker oder schwächer wird, dann wird die Antarktis entsprechend wärmer oder kälter.

GermanIndi hat Folgendes geschrieben:
Ursache ist gemäß der Treibhausgas-Hypothese, dass die Luft über der Antarktis oft wärmer ist als der Boden. In diesem Fall nimmt die Wärmeleitfähigkeit der Atmosphäre zu und sie strahlt in ihren oberen Schichten vermehrt ins All.


Dass die oberen Luftschichten bei einer Temperaturinversion mehr Wärme ins All abstrahlen, heißt nicht, dass der Boden kälter wird. Eher im Gegenteil - Wärme fließt immer in Richtung abnehmender Temperatur. Wenn die Temperaturen oben höher sind, dann fließt die Wärme auch nach unten. Maximale Durchlässigkeit wird erreicht, wenn die Luftsäule über ihre gesamte Höhe die gleiche Temperatur hat, wie der Boden. Allerdings ist das kein stationärer Zustand. Es müsste ständig Luft in der richtigen Höhe mit der richtigen Temperatur nachströmen, um den Treibhauseffekt dauerhaft zu verringern oder gar auszuschalten. Möglicherweise ist das auch ein Grund für die starken Temperaturschwankungen. Je nach Wetterlage wird der Boden mal erwärmt und mal gekühlt.
|ch
Gast





Beitrag |ch Verfasst am: 21. Aug 2024 01:13    Titel: Antworten mit Zitat

Erdgeschichtlich waren die Pole die meiste Zeit komplett eisfrei. Es ist also ein zurück zum Normalzustand wenn man so will. Brechen sie jetzt in Panik aus.
Frankx



Anmeldungsdatum: 04.03.2015
Beiträge: 1022

Beitrag Frankx Verfasst am: 21. Aug 2024 07:35    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Erdgeschichtlich waren die Pole die meiste Zeit komplett eisfrei. Es ist also ein zurück zum Normalzustand wenn man so will.


Erdgeschichtlich war die Erde die meiste Zeit auch komplett menschenfrei. Ein Aussterben der Menschheit wäre also ein zurück zum Normalzustand wenn man so will.

.
|ch
Gast





Beitrag |ch Verfasst am: 21. Aug 2024 12:33    Titel: Antworten mit Zitat

Frankx hat Folgendes geschrieben:

Erdgeschichtlich war die Erde die meiste Zeit auch komplett menschenfrei. Ein Aussterben der Menschheit wäre also ein zurück zum Normalzustand wenn man so will.
.

Nicht nur das, sondern sogar völlig frei von Leben, steril sozusagen.
Also zurück zur guten alten Zeit, fangen wir mit Ihnen an?
DrStupid



Anmeldungsdatum: 07.10.2009
Beiträge: 5740

Beitrag DrStupid Verfasst am: 21. Aug 2024 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

|ch hat Folgendes geschrieben:
Nicht nur das, sondern sogar völlig frei von Leben, steril sozusagen.


Nein, nicht wirklich. Die Erde war mindestens 80 % ihrer Zeit mit Leben verseucht.
|ch
Gast





Beitrag |ch Verfasst am: 21. Aug 2024 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

DrStupid hat Folgendes geschrieben:

Nein, nicht wirklich. Die Erde war mindestens 80 % ihrer Zeit mit Leben verseucht.

Gut, mehrzelliges Leben einigen wir uns darauf. Verseucht finde ich eine gute Wortwahl.
Ixbalanque



Anmeldungsdatum: 24.08.2018
Beiträge: 78

Beitrag Ixbalanque Verfasst am: 22. Aug 2024 12:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,
|ch hat Folgendes geschrieben:
Erdgeschichtlich waren die Pole die meiste Zeit komplett eisfrei. Es ist also ein zurück zum Normalzustand wenn man so will. Brechen sie jetzt in Panik aus.


Ich bei mir kommt schon Panik auf; die Geschwindigkeit, in der sich das Klima wandelt, ist für die meisten höheren Lebewesen "ungesund". Das ist mit dem Asteroideneinschlag vor der Yucatan-Halbinsel vergleichbar.

|ch hat Folgendes geschrieben:
[...] Gut, mehrzelliges Leben einigen wir uns darauf. Verseucht finde ich eine gute Wortwahl.


Ich halte den Begriff "verseucht" für Lebewesen, vom Standpunkt eines Menschen, für voll daneben.

Grüße
DrStupid



Anmeldungsdatum: 07.10.2009
Beiträge: 5740

Beitrag DrStupid Verfasst am: 22. Aug 2024 12:36    Titel: Antworten mit Zitat

Ixbalanque hat Folgendes geschrieben:
Das ist mit dem Asteroideneinschlag vor der Yucatan-Halbinsel vergleichbar.


Ich würde es eher mit der Erwärmung an der Perm/Trias-Grenze vergleichen. Da war wohl auch die Ursache gleich - nämlich die schnelle Verbrennung großer Mengen fossilen Kohlenstoffs.

Ixbalanque hat Folgendes geschrieben:
Ich halte den Begriff "verseucht" für Lebewesen, vom Standpunkt eines Menschen, für voll daneben.


Das ist nur die subjektive Sicht einer einzelnen Spezies. Speziell für Menschen ist der Begriff "verseucht" aus Sicht der meisten anderen Lebenwesen auf der Erde durchaus passend.
Ixbalanque



Anmeldungsdatum: 24.08.2018
Beiträge: 78

Beitrag Ixbalanque Verfasst am: 22. Aug 2024 13:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,
jo, mir ging es um die Geschwindigkeit:
Wiki hat Folgendes geschrieben:
Hingegen kommt eine 2018 veröffentlichte Studie zu dem Ergebnis, dass die unmittelbare Krisenzeit maximal nur 30.000 Jahre umfasste, möglicherweise beschränkt auf wenige Jahrtausende.

Wir können das schneller.

Grüße
|ch
Gast





Beitrag |ch Verfasst am: 22. Aug 2024 14:56    Titel: Antworten mit Zitat

Der Vergleich mit dem Asteroideneinschlag ist völlig daneben, dort wurde soviel Staub und Material hochgeschleudert das die Sonne verdunkelt, es wurde also kälter nicht wärmer und die Dinos sind gestorben weil die Pflanzen aus Lichtmangel eingegangen sind.
DrStupid



Anmeldungsdatum: 07.10.2009
Beiträge: 5740

Beitrag DrStupid Verfasst am: 22. Aug 2024 15:14    Titel: Antworten mit Zitat

|ch hat Folgendes geschrieben:
Der Vergleich mit dem Asteroideneinschlag ist völlig daneben, dort wurde soviel Staub und Material hochgeschleudert das die Sonne verdunkelt, es wurde also kälter nicht wärmer und die Dinos sind gestorben weil die Pflanzen aus Lichtmangel eingegangen sind.


Ja, abgesehen vom kurzen globalen Feuerstrum hat der Asteroid so ziemlich das Gegenteil von dem bewirkt, was wir jetzt erleben - insbesondere, weil er in kilometerdicken Gips-Ablagerungen eingeschlagen ist. Davor gab es zwar eine Klimaerwärmung durch CO2 aus dem Dekkan-Trapp Flutbasalt, die allein wahrscheinlich auch schon gereicht hätte um die Saurier zu killen, aber das hat sich rund eine Million Jahre hingezogen.
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