| GvC |
Verfasst am: 06. Sep 2010 11:53 Titel: |
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Zu 1.
Für die Phasenvesrchiebung zwischen Strom um Spannung an einzelnen Elementen gibt es drei wichtige Grundsätze:
- an einem ohmschen Widerstand haben Strom- und Spannungszeiger dieselbe Richtung
- an einer Induktivität ist der Stromzeiger um 90° dem Spannungszeiger nacheilend (um 90° im Uhrzeigersinn gedreht)
- an einer Kapazität ist der Stromzeiger um 90° dem Spannungszeiger voreilend (um 90° gegen den Uhrzeigersinn gedreht)
Letzterer Fall betrifft Deine Frage. Du hast den Spannungszeiger für U_C4 gezeichnet, dann muss der Strom durch die Kapazität C4 um 90° voreilen, d.h. der Stromzeiger gegenüber dem Spannungszeiger um 90° gegen den Uhrzeigersinn (mathematisch positive Richtung) gedreht sein.
Zu 2.
Es kommt immer auf die Aufgabenstellung an. Ich hatte die Aufgabe so verstanden, dass das Zeigerbild entwickelt werden soll, also die Lösung per Zeigerbild (zeichnerisch) ermittelt werden soll. Du kannst natürlich auch alles im Komplexen rechnen. Aber wozu willst Du dann noch zeichnen (außer zur Kontrolle natürlich)? Allerdings musst Du beim Rechnen dann immer zwischen kartesischer und Exponentialdarstellung wechseln, je nachdem welche Rechenoperation Du gerade ausführen willst: Multiplikation und Division (Ohmsches Gesetz) in Exponentialdarstellung, Addition und Subtraktion (Knotenpunktsatz und Maschensatz) in kartesischer Darstellung.
Zu 3.
Wo der Zeiger endet, ist irrelevant, entscheidend ist die Länge und Lage des Ergebniszeigers. Ich hätte das ja auch ein bisschen anders gezeichnet. Den Zeiger für U_3 erhältst Du ja nach Maschensatz:
U_3 = U_C4+U_L4+U_R4
Es müssen also drei Spannungen zeichnerisch addiert werden. Das geht am einleuchtendsten, indem man an die Spitze des ersten Zeigers den Fußpunkt des zweiten Zeigers ansetzt und an die Spitze des zweiten Zeigers den Fußpunkt des dritten Zeigers. Der Ergebniszeiger geht dann vom Fußpunkt des ersten Zeigers zur Spitze des letzten Zeigers. Das Ergebnis in Deinem Zeigerbild ist richtig, aber - wie gesagt - ich hätte es anders gezeichnet. Miss' mal die Länge von U_3 aus, dann erhältst Du genau den betrag von 95V.
Zu 4.
Wie zuvor für die Anwendung des Maschensatzes beschrieben, geht es natürlich auch bei der Anwendung des Knotenpunktsatzes. Der Strom I_2 ergibt sich als Summe der Ströme I_3 und I_4. Also musst Du die Zeiger für I_3 und I_4 zeichnerisch addieren. Das macht man am besten nach der unter 3. erklärten Methode.
Zu 5.
Eine Winkeldifferenz von 2° kann sich leicht infolge der Zeichenungenauigkeit ergeben. Das ist halt der Nachteil einer zeichnersichen Lösung: Ihre Genauigkeit ist durch die Zeichengenauigkeit begrenzt. |
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